• Auslober: Bundesimmobiliengesellschaft m.b.H. (BIG)
    Ort: Universitätsplatz 3a, Graz
    Wettbewerb: 2015, Anerkennungspreis
  • Die Räume für die Erweiterung sind in einem engen städtebaulichen Rahmen, sowohl in der Flucht, in der Höhe des Hauptgebäudes und in der räumlichen Nähe zum RESOWI vorgegeben. Der südostseitige Anbau wird abgebrochen. Das Gliederungsprinzip des historischen Kerngebäudes von 1893 und der späteren Anbauten wird aufgenommen und durch den südostseitigen Neubau und die nordwestseitige Aufstockung fortgesetzt. Die Universitätsbibliothek soll in ihrer solitären Funktion wieder freigestellt und der erforderliche funktionale Anschluss nord- und südseitig als transparentes Gelenk in Form von zwei Glasbrücken ausgebildet werden. Der schutzwürdige Bestand bleibt erhalten und wird durch zwei Baukörper, die über der bestehenden Traufe zurückversetzt sind, erweitert. Zwischen der Bestandstraufe des ursprünglichen Bibliotheksgebäudes und den Anbauten bleibt eine Fuge als verglaster Oberlichtschlitz, der auch zur Belichtung der beiden Foyers von Bibliothek und Hörsaal dient.
    Der Entwurf sucht die Balance zwischen Kompaktheit und Offenheit, um einerseits effiziente, zusammenhängende Funktionsräume zu gewährleisten, andererseits sicherzustellen, dass die Aufwertung des Universitätsareals durch eine offene, räumliche Struktur präsent ist. Durch Differenzierung in Form und Materialität sollen sich die neuen Bauteile vom Bestand lösen und als Gesamtobjekt wieder in einer Einheit zusammenfügen. Die Bestandsfassade des historischen Bibliotheksbaues soll in seiner denkmalgeschützten Qualität saniert werden und erhalten bleiben. Zur Putzfassade des Bestandes soll der neue Baukörper eine feingliedrige Hülle aus Glas mit transparenten, teiltransparenten und geschlossenen Bereichen erhalten. Das Erscheinungsbild der neuen, reduzierten und zurückhaltenden Baukörper soll zur Beruhigung der unmittelbaren Umgebung beitragen.

Bibliothek der Karl-Franzens-Universität Graz