• Bauherr: Vereinigte Bühnen, Graz
    Ort: Opernhaus, Graz

    Realisierung: 1998

  • Die 1928 entstandene Oper von Arnold Schönberg (1874-1951) reflektiert- neben dem Biblischen Stoff- auch Fragen des Judentums und der Bedeutung der Religion für den jüdischen Nationalgedanken. Sie basiert auf einer einzigen Zwölftonreihe: Die Reihe in den Formen Umkehrung, Krebs und Krebsumkehrung sowie die Möglichkeit der Transposition auf alle 12 Tonstufen stellt den Tonvorrat zu Verfügung. Das Zentrale Motiv der alttestamentischen Erzählungen ist der Berg Sinai, den Moses- abgewendet von seinem zweifelnden Volk, das er aus dem gelobten Land führt- besteigt und dort die Begegnung mit Gott erlebt. Danach wird der Konflikt mit seinem Bruder Aron ausgetragen, der dem Volk einem Ersatzkult um das Goldene Kalb verordnet hatte. Das Bühnenbild zeigt den Berg Sinai als spinnenartige Konstruktion aus Aluminiumprofilen, die durch die Boden- und Rückenkonstruktion gehalten werden. Ein „Stab“ repräsentiert den Weg, auf dem Moses mit den Gesetzestafeln vom Berg heruntersteigt. Analog zur Zwölftonmusik Schönbergs ist damit eine konstruktivistische Interpretation des Themas gewählt. Der Verzicht auf ablenkende Ausstattungsdetails kommt der Konzentration auf die archaische Handlung zugute.

    Text aus dem Buch „Günther Domenig- RECENT WORK“
    ISBN 3-211-83876-7  SpringerWienNewYork

BÜHNENBILD FÜR MOSES UND ARON