• Bauherr: Vereinigte Bühnen, Graz
    Ort: Opernhaus Graz

    Realisierung: 1995
    Fotos: Peter Manninger

  • „Elektra“, die Tragödie des mykenischen Königshauses um den Mord an Agamemnon, wird trotz altgriechischer Thematik und bald 90jähriger Operngeschichte, noch zu den modernen Opern gezählt. Das Bühnenbild orientiert sich an mykenischen Motiven, der Dreiklang der Objekte entsteht durch die Auswahl einzelner Elemente der altgriechischen Palastanlagen. Räumlich wird die Komplexität der Beziehungen durch die Elemente Palast, Spirale und durch den Brunnen aufgelöst und in einen neuen Zusammenhang gebracht. Die Spirale, in der Elektra immer wieder verschwindet und die im weiteren Verlauf als „Hoffnungssteg“ aus dem Bühnenraum hinausragt, wurde aus Aluminium filigran konstruiert. In diesem Element wird die Rache versinnbildlicht, aus der Orest und seine Schwester Elektra keinen Ausweg mehr finden. Der Brunnen wird mehrdeutig als Grundriss alter Gräberformen und als Schale bzw. Kochstelle der Palastanlagen formuliert – mythologisch Orte, die mit dem Tod in Verbindung stehen. So sprudelt an Ende der Handlungen Blut aus dem Brunnen in die Tiefe der Spirale. Im Spiel mit der klaren Symbolik der Architektur wurden die Kostüme aus Beschreibungen Hoffmannsthals und aus altgriechischen Skulpturen und Malereien assoziativ nachempfunden.

ELEKTRA Bühnenbild und Kostüme