• Bauherr: „Gründer Innovations- u. Gewerbezentrum“ Besitz GmbH
    Ort: Völkermarkt, Kärnten
    Wettbewerb: 1993
    Nutzfläche: Flügel 507 m², Hallen 1.724 m²
    Bauzeit: 1994-1995

    Fotos: Gerald Zugmann

  • Bund und Land Kärnten haben sich gemeinsam entschlossen, der Region um Völkermarkt eine Wirtschaftsspritze zukommen zu lassen, die längerfristig die Schaffung von 800 neuen Arbeitsplätzen zur Folge haben soll. Dafür wurde ein Gelände auf der grünen Wiese umgewidmet und ein Wettbewerb durchgeführt, den Günther Domenig für sich entschied. Sein Projekt „GIG“ – ein Verwaltungsgebäude in Verbindung mit Produktionshallen – setzt gleich am Eingang des neuen Industrieparks ein schwungvolles bauplastisches Zeichen. Es ist an der südöstlichen Ecke des leicht abschüssigen Geländes plaziert und stellt mit seiner geschickten Verknüpfung von signalhaftem Verwaltungsbau und sehr sachlichen Industriehallen eine bemerkenswerte Lösung dar.
    Der Verwaltungsbau steht auf einer Platte, von der man fußläufig über Brücken direkt zu den tiefer gelegenen und in der Längsrichtung durch eine Energieschiene verbundenen Hallen kommt. Unter der Platte sind die Parkgaragen. Auf diesem tieferen Niveau liegt auch die Zufahrt zu den Hallen. Der Verwaltungsbau selbst ist als „schwebende Schwingung“ (Domenig) konzipiert, mit einem gekrümmten stählernen Flügel, der sich vom Festen und Schweren langsam ins Feine und Filigrane auflöst. Das „Gefäß der Verwaltung“ (Domenig) ist als eine Art Glaskörper formuliert, der entsprechend reizvolle – teilweise split-level – Büros beherbergt. Aufzug und verglastes Stiegenhaus sind hallenseitig an den Bau darangestellt. Nicht nur wenn einem die übliche baukünstlerische Wüste von Industrie- und Gewerbezonen vor Augen steht, ist dieses Haus etwas Besonderes: Die skulpturale Durchbildung des kleinen Bauwerks steht auch und gerade in dekonstruktivistischer Zeit solitär da.

GIG Völkermarkt